Aufbereitung

glass of watervom Rohwasser bis zum Trinkwasser

In Anpassung an die Rohwasserqualität aus der Großen Dhünn - Talsperre und unter Berücksichtigung der gesetzlichen Qualitätsanforderungen an das Trinkwasser wurde die vorhandene einstufige Aufbereitungsanlage in den Jahren 1985 bis 1990 einvernehmlich mit dem Land NW mit einem Investitionsaufwand von 40 Millionen DM (25 Mio. DM Landes- zuschuss) auf eine dem Stand der Technik erforderliche Trinkwasseraufbereitungsanlage einschließlich einer Filterrückspülwasser - Reinigungsanlage erweitert. Die Inbetriebnahme erfolgte im Juli 1990.

Zur optimalen Aufbereitung des Rohwassers mit einer Kapazität von 500 - 2000 m³ pro Stunde sind in Betrieb:
 

  • Mikrosiebanlage
    Die Mikrosiebanlage besteht aus einer rotierenden Siebtrommel mit einem Durchmesser von 3,40 m und einer Länge von 4,20 m. Sie hat eine Oberfläche von 40 m² bestehend aus Edelstahlsieben mit einer Maschenweite von 35 µm. Die Anlage gewährleistet die Abscheidung von Algen sowie feinster organischer und anorganischer Partikel, damit zu jeder Zeit die volle Durchsatzleistung gewährleistet wird.
  • Entstabilisierung
    Die Entstabilisierung erfolgt in einem runden Betonbecken mit einem Durchmesser von 3,50 m und drehzahlgeregeltem Rührwerk. Durch Zugabe von Dosier- und Flockungsmitteln und der Arbeit des Rührwerks entstehen physikalisch - chemische Bindungskräfte und entstabilisierte Partikel, die sich durch chemische Reaktionen zusammenlagern und Flocken bilden.
  • Agglomeration
    Die Zusammenlagerung der gebildeten Flocken geschieht in zwei übereinander angeordneten Betonbecken mit dem jeweiligen Inhalt von 106 m³, einem drehzahlgeregelten Paddelrührwerk, und einer im Bedarfsfall möglichen Zugabe von Dosier- und Flockungsmitteln. Durch das Rühren wird ein weiteres Flockenwachstum begünstigt.
  • 1. Filterstufe (2-Schicht-Filter, Hydroanthrazit und Quarzkies)
    Die Filterstufe 1 hat vier offene Überstau - Doppelfilter (Raumfilter) mit einer Gesamtfilterfläche von 192 m² und 70 Filterdüsen pro m². Der Filteraufbau besteht aus einer oberen Filterschicht  von 1500 mm Höhe, gefüllt mit Hydroanthrazit von 1,5 - 2,5 mm Korngröße, einer unteren Filterschicht von 500 mm Höhe, gefüllt mit Quarzkies von 0,8 - 1,2 mm Krongröße und einer Stützschicht von 200 mm Höhe, ebenfalls mit Quarzkies gefüllt, jedoch mit einer Korngröße von 3,0 - 7,0 mm.
  • Zwischenpumpwerk
    Fünf Pumpen mit einer Gesamtfördermenge von 2000 m³ (zwei Pumpen mit einer Fördermenge von 250m³ und drei weitere Pumpen mit einer Fördermenge von 500 m³) fördern das Filtrat der Filterstufe 1 zur Filterstufe 2.
  • Ozon
    In dieser Aufbereitungsstufe befinden sich zwei Reaktoren, die Ozon aus reinem Sauerstoff herstellen. Pro m³ Rohwasser werden z.Zt. 0,1 bis 0,5 g Ozon zugegeben (Leistung max. 3g Ozon pro m³). Die Reaktionszeit beträgt ca. 5 Minuten bei 1500 m³ pro Stunde Durchsatz. Das Ozon bewirkt die oxidative Spaltung der im bisherigen Aufbereitungsgang nicht entfernten gelösten und ungelösten organischen Substanzen, sowie die Herabsetzung der durch Algen und biologischen Abbauprodukten hervorgerufenen Geruchs- und Geschmacksbeeinträchtigungen.
  • 2. Filterstufe (Aktivkohle)
    Die Filterstufe 2 besteht aus sechs geschlossenen Filtern mit einer Gesamtfilterfläche von 118 m². Der Filteraufbau besteht aus einer Filterschicht von 3000 mm Höhe, gefüllt mit Aktivkohle in der Korngröße 1,5 - 2,0 mm, und einer Stützschicht von 200 mm Höhe, gefüllt mit Quarzkies in der Korngröße 3,0 - 7,0 mm. In diesem Filter werden adsorbierbare Wasserinhaltsstoffe durch die Aktivkohle entfernt. Das Restozon sowie die Spaltprodukte der Ozonung werden biologisch abgebaut, und die durch das Ozon deaktivierten Bakterien werden entfernt.
  • 3. Filterstufe (Aufhärtung, Entsäuerung über Jurakalk)
    Fünf offene Beton - Unterzug - Doppelfilter mit einer Gesamtfilterfläche von 275 m² sorgen für die Endfiltration des Rohwassers. Der Aufbau besteht aus einer Filterschicht von Jurakalk in einer Korngröße von 1,2 - 1,8 mm, geschichtet zu einer Höhe von 1800 mm. Mittels des Jurakalks wird die im Rohwasser vorhandene Kohlensäure durch Entsäuerung abgebunden und eine natürliche Aufhärtung des weichen Talsperrenwassers erreicht.
  • Desinfektion mit Chlordioxid
    In einem Mischtopf wird gesättigtes Kalkwasser zur Entfernung der Restaggressivität, und eine Chlordioxidlösung zur Desinfektion zugegeben. Hierdurch wird die Keimfreiheit bis zum Verbraucher gewährleistet.
Zur Anschauung der einzelnen Stationen klicken Sie bitte auf das unten stehende Bild.
Sie können sich dann die einzelnen Schritte der Aufbereitung auf einer Grafik anschauen.


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Die bei der Trinkwasseraufbereitung anfallenden Filterrückspülwässer werden in einer gesonderten Reinigungsanlage aufbereitet. Unter ständiger Kontrolle wird das entstandene Klarwasser in den Vorfluter (Eifgenbach) eingeleitet. Der anfallende Dünnschlamm wird kontrolliert landwirtschaftlich verwertet bzw. kann in den Kanal eingeleitet werden.

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